Unsere Kapelle

Die erste Kapelle unseres Klosters im Jahr 1872 war ein schmaler, ebenerdiger Raum mit bunten Fenstern, sehr feucht und nur für die Schwestern zugänglich. Diese kleine Kapelle wurde der wachsenden Gemeinschaft bald zu klein, sodass man an den Bau einer neuen, größeren Kapelle dachte. Zur Finanzierung des Neubaus veranstaltete Mutter Raymunda mit Zustimmung des Kaisers und unter dem Protektorat der Erzherzogin Maria Valerie 1884 eine wohltätige Lotterie. Am 23. September 1885 fand in Anwesenheit von Kardinal Ganglberger die Grundsteinlegung durch Erzherzogin Marie Valerie statt. Die Pläne für die neue Kapelle stammten vom Architekten Richard Jordan, ausgeführt wurden die Arbeiten durch Baumeister Joseph Schmalzhofer. Planung und Bau gestalteten sich schwierig, da die Kapelle zwischen Straße und Kloster eingefügt werden musste. Dieser Umstand erklärt die aus heutiger Sicht eigenwillige Architektur des Rohziegelbaus.

Der Grundriss besteht aus vier, in Form von Bienenwaben angeordneten Sechsecken, die den Altarraum, die beiden Schwesternchöre und den Gebetsraum für die Gläubigen bilden, die nun direkt von der Straße Zugang zur Kapelle haben sollten. Nach nur einem Jahr Bauzeit konnte bereits am 14. Oktober 1886 die feierliche Einweihung durch Kardinal Fürsterzbischof Cölestin Ganglbauer stattfinden. Auch der damalige Provinzial und Prior der Dominikaner, P. Andreas Frühwirt OP (später Generalmagister des Ordens), war bei der Feier anwesend. Die Kapelle wurde der „Königin des hl. Rosenkranzes“ geweiht. Der ursprüngliche Hochaltar war aus hellem Sandstein und reichte bis zur Decke. Hoch oben thronte die Statue der Rosenkranzkönigin, die heute an der Pforte steht.

Nach der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde in den 60er-Jahren der Innenraum der Kapelle neu gestaltet und ein Volksaltar aus grünem Marmor eingebaut. Das Relief über dem Tabernakel zeigt die Rosenkranzkönigin: Maria mit dem Jesusknaben, der dem hl. Dominikus den Rosenkranz reicht.

Die beiden Buntglasfenster links und rechts im Altarraum zeigen den letzten Vers des Te Deum:

„In te, Domine, speravi: non confundar in aeternum.“

(„Auf dich, o Herr, habe ich meine Hoffnung gesetzt. In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden.“)

 

Unsere Gottesdienste sind öffentlich zugänglich. Die Kapelle ist außerdem während der Öffnungszeiten über die Pforte betretbar.