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Die Bücherdiebin - Filmkritiken

Am 30. 4. kamen die 4B und die 3B in den Genuss eines Filmbesuchs.
„Die Bücherdiebin“nach dem 2008 erschienen gleichnamigen Bestseller von Markus Zusak stand auf dem Programm. Das Schicksal der Hauptfigur war sehr berührend. Im Deutschunterricht der 4B entstanden im Anschluss viele interessante Filmkritiken der SchülerInnen, von denen hier eine kleine Auswahl zu lesen ist. Danke an die 4B für das Engagement!
 

 

Die Bücherdiebin

Filmkritik von Johanna Fleck

In dem Drama „Die Bücherdiebin“, das auf dem gleichnamigen Roman von Markus Zusak basiert, geht es um Liesel Memminger, ein junges Mädchen, das zur Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland lebt.
Liesel kommt zu Adoptiveltern, Hans und Rosa Hubermann, da ihre leibliche Mutter Kommunistin ist und nicht die Mittel hat, um ein Kind zu versorgen.Liesel kann nicht lesen, hat es bei ihrer Mutter nie erlernt, doch Hans lehrt es sie. Und so lernt Liesel die Welt der Bücher kennen und lieben.
Doch bald holen sie die Ereignisse ihrer Zeit ein: Max, ein Jude, wird von Familie Hubermann aufgenommen und versteckt. Liesel freundet sich mit ihm an. Aber Max wird in seinem Versteck, dem nassen, kalten Keller, krank, und ob er überleben kann, ist nicht zu sagen. Also beginnt Liesel Bücher aus der Privatbibliothek des Bürgermeisters zu stehlen, um ihm daraus vorzulesen und ihn zu retten. Doch Spitzel der Nationalsozialisten könnten überall lauern…
Sophie Nélisse ist eine großartige Besetzung für die anfangs schüchterne Liesel, die erst kaum spricht und dennoch so mutig ist, Bücher zu stehlen. Trotzdem verblasst ihre Leistung etwas neben dem brillanten Geoffrey Rush als Hans und Emily Watson als Rosa.
Insgesamt ergibt sich aus der Vorlage, dem Drehbuch von Michael Petroni, der Regie von Brian Percival und den schauspielerischen Leistungen ein berührender Film, in dessen Handlung man sich gut hineinversetzen kann.
 

Die Bücherdiebin

Filmkritik von Julia Kießwetter und Stella Ziegler

Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg sind dunkle Kapitel in unserer Geschichte. In der dramatischen Verfilmung des Buches „Die Bücherdiebin“, geschrieben von Markus Zusak, blicken wir auf das ehemalige Nazi-Deutschland aus der Sicht eines jungen Mädchens zurück. Der Film unter der Regie von Brian Percival und mit ausgezeichneten Schauspielern, unter anderem Sophie Nélisse (Liesel), Geoffrey Rush (Pflegevater Hans) und Nico Liersch (Rudi), ist der Film sehr emotional, realistisch und tiefgründig.
Die neunjährige Liesel Meminger flüchtet 1938 mit ihrer Mutter und ihrem Bruder mit der Bahn aus ihrer Heimatstadt. Auf der Reise verstirbt ihr Bruder und die Mutter wird von Nationalsozialisten verfolgt, da sie Kommunistin ist. Liesel wird daraufhin zu Pflegeeltern nach Molching bei München geschickt. Dort lebt sie bei dem warmherzigen und humorvollen neuen Vater Hans Hubermann (Geoffrey Rush) und der anfangs sehr strengen und disziplinierten Ersatzmutter Rosa Hubermann (Emily Watson), die einen jungen jüdischen Flüchtling in ihrem Keller verstecken. Hans bringt der noch analphabetischen, aber wissbegierigen Liesel schon bald das Lesen und Schreiben bei. Sie ist sofort von der fantasievollen Bücherwelt begeistert und riskiert alles für neue Bücher, da diese ihr helfen, die tragische und kriegerische Außenwelt auszublenden. Das junge Mädchen findet rasch einen neuen guten Freund: den Nachbarsjungen Rudi Steiner (Nico Liersch). Aus bester Freundschaft entwickelt sich langsam Liebe, die anfangs allerdings keiner von beiden zugeben will. Zusammen erleben die zwei sowohl schöne Jahre ihrer Jugend als auch das tragische Umfeld des Krieges.
Sowohl die Schauspieler als auch die Drehorte wurden sehr sorgfältig ausgewählt und geben dem Publikum das Gefühl, selbst in diese Zeit zurückversetzt worden zu sein. Obwohl der eigentliche Krieg nicht ausführlich geschildert wurde, waren trotzdem viele Zuschauer erschüttert. Man konnte Liesels Gefühle gut nachvollziehen und sich in ihr Leben hineinversetzen. Der Film regt Jung und Alt zum Nachdenken an.

 

Die Bücherdiebin

Filmkritik von Clara Sauer und Maria Karpushina

Die Verfilmung des Weltbestsellers „Die Bücherdiebin“ unter der Regie von Brian Percival („Downtown Abbey“) überzeugt zwar mit einem an sich bewegenden Handlungsstrang, kann jedoch nicht berühren.
Zum Inhalt: 1939 wird die neunjährige Kommunistentochter Liesel von ihrer Mutter in eine Pflegefamilie abgeschoben. Schon auf der Zugfahrt stirbt ihr kleiner Bruder, und auch als sie im fiktiven deutschen Ort Molching bei München ankommt, fürchtet sie sich zunächst vor ihrer harsch wirkenden Pflegemutter Rosa Hubermann (Emilie Watson). Lichtblicke sind deren humorvoller Ehemann Hans (Geoffrey Rush), der der Analphabetin Liesel auch Lesen und Schreiben beibringt, und der Nachbarsjunge Rudi (Nico Liersch), durch dessen offene Art Liesel sich schnell mit ihm anfreundet. Doch die Schatten des Nationalsozialismus werden länger und die Lage spitzt sich zu, als Liesels Pflegefamilie den Juden Max (Ben Schnetzer) bei sich zuhause aufnimmt und sie selbst begreift, dass ein Ausweg aus dem alltäglichen Terror die Flucht in die Welt der Bücher ist …
Anfangs ist Liesel verschlossen, aber gegenüber ihren neuen Freunden öffnet sie sich langsam und offenbart auch ihre träumerische Seite. Liesels Mut kommt vor allem zum Vorschein, als sie aufgrund ihres Mangels an Büchern Exemplare aus der Bibliothek des Bürgermeisters stiehlt und ebenfalls welche vor der Verbrennung durch die Nazis rettet. Auch merkt man der zunächst Neunjährigen an, dass sie ein sehr emotionaler und impulsiver Mensch ist, was sich zum Beispiel in ihrer späteren Wut auf Hitler äußert.
Die durchaus überzeugende Leistung der Hauptdarstellerin Sophie Nélisse vermittelt zwar ein realistisches Bild der Protagonistin, aber sich wirklich in sie einfühlen kann der Zuschauer nicht. Diese Wirkung hat beinahe der ganze Film. Er überzeugt mit schönen Bildern und einer tragischen, wenn auch gegen Ende ein wenig kitschigen Handlung, doch das gewisse Etwas, das dem Ganzen Eindruck verleiht, fehlt. Auch die stilistischen Mittel, wie der Zeitlupeneffekt oder die Tatsache, dass der Tod persönlich die ersten und letzten Worte spricht, vermögen daran nichts zu ändern.
Was mich persönlich ein wenig enttäuscht hat, ist, dass der Zauber der Bücher nicht wirklich vermittelt wird und man merkt, dass der Streifen von einem Engländer gedreht wurde. Er zeigt teilweise ein klischeebehaftetes Bild der damaligen Zeit, und, auch wenn zum Beispiel die Straßenschilder und Liesels Bücher deutsch sind, ihr selbst angelegtes Wörterbuch ist auf Englisch.
Diese kleinen Makel und die nicht wirklich Eindruck hinterlassende Atmosphäre stören in unseren Augen das im Allgemeinen schöne Bild des Filmes.